engelstiergeschichten

Reisebericht Nov 2006

 

Wie kam die Reise zu Stande?

Als unser Hund Anfang April diesen Jahres verstarb durchforstete ich das Internet und kam über Umwegen auf die Seite www.Hundeherzen.de. Dort suchten sie Paten für diverse nicht zu vermittelnde Hunde, die in Spanien lebten. Kurzer Hand entschloss ich mich, die Patenschaft für die 14 jährige Husky Hündin Simba (an Leishmaniose erkrankt) zu übernehmen. So entstand der erste Kontakt zum Verein Hundeherzen. Dank meiner Freundin Heike reifte die Idee, Simba einmal zu besuchen. Kurzer Hand wurden zwei Flüge ( mein Mann Jürgen musste halt mit) für November gebucht. Leider verstarb Simba im September , so dass wir sie leider nicht kennen lernen durften. Trotzdem flogen wir nach Calpe um das Tierheim zu besuchen. Dazu hier mein Reisebericht, für alle die uns unterstützt haben, nicht mit leeren Händen nach Calpe zu reisen.

Reise ins ungewisse

8.11.06 der Tag war nun endlich gekommen. Mit 60 kg Tierschutzgepäck (großer Dank an das Tierheim Hürth) und unseren eigenen Koffern, machten wir uns morgens um 5 Uhr auf den Weg nach Köln zum Flughafen.





Pünktlich um 9 Uhr sind wir in Alicante angekommen und dort erwartete uns die erste Überraschung. Eine Transportbox war kaputt gegangen und hielt nur mit Mühe auf dem Gepäckband zusammen, so dass sich der ganze Inhalt nicht auf dem ganzen Gepäckband verstreute.




Nachdem wir den Schaden gemeldet hatten, machten wir uns auf den Weg nach Calpe.

Das Tierheim war so nett und schickte uns Alex, der uns und das ganze Gepäck abholte. Nach einer Stunde Fahrt und schon sämtlich beantworteten Fragen, sind wir in Calpe angekommen. Das private Tierheim liegt mitten in einem Wohngebiet, besteht aus einem Haus und rundum 5 Ausläufen, wo sich zur Zeit 60 Hunde befinden. Kaum vorstellbar aber die Hunde schlafen nachts alle mit im Haus, einfach um die Nachbarn zu schonen bzw. um Giftanschläge, gegen die Hunde, keine

Chance zu geben. Die insgesamt drei freiwilligen Helfer im Tierheim machten sich daran unsere Spenden aus zu laden und zu begutachten. Man hat sich über unsere Mitbringsel sehr gefreut, die Hunde übrigens auch, denn es gab für alle erstmal eine leckere Gimpet Kanabberstange. Danke Andreas.

Am späten Nachmittag bekamen wir den lang ersehnten Rundgang durch die Ausläufe. Bewaffnet mit Leckerlies ging es in den ersten Auslauf, wo sich hauptsächlich nur kleine Hunde befanden.




Nach der ersten Freude der Hunde waren wir die Hälfte der Leckerlies schon los und sahen schon aus wie kleine Schweinchen (es hatte ein paar Tage zuvor geregnet). Leckerlies gibt es dort nur Sonntags, dementsprechend waren wir heiß begehrt.

Der zweite Auslauf war wesentlich größer und man hatte einen tollen blick aufs Meer ( gut den Hunden war der Ausblick wurscht), aber wir fanden es toll. In dem Auslauf war erstmal nur ein großer Hund. Alex machte uns mit Freude darauf aufmerksam, das er nun die anderen Hunde raus lassen würde. Die Tür ging auf und ca. 12 große Hunde stürzten die Treppe herunter auf uns zu.

Ruckzuck waren wir im zweiten Auslauf alle Leckerlies verteilt, teilweise auch zur Verteidigung, denn die Hunde sprangen alle an uns hoch und wir mussten ziemliche Standfestigkeit beweisen.




Als wir das überlebten, ging es in den dritten Auslauf, wo die Hunde einen Swimmingpool Pool als riesen Wassernapf hatten. Da traf es uns noch dicker, denn ein riesen dicker Rottweiler ( Lenka) setzte sich gleich auf Jürgens Füßen und wollte gekrabbelt werden. Die Leckerlies waren weg, doch die Hunde freuten sich über unseren Besuch und unsere Zuwendung. Weiter ging es durch die zwei

kleineren Ausläufe, wo sich jeweils 4-5 kleinere bis mittelgroße Hunde befanden.

Ein paar Hunde sind auch teilweise tagsüber im Haus untergebracht unter anderem die Gruppe Muta und Doba.

Nach einer Runde im Tierheim sahen wir aus, wie gerade in den Matsch gefallen, aber es hat einen riesen Spaß gemacht und es war eine tolle Erfahrung.

Donnerstags nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Tierheim, um mit den ersten zwei Hunden gassi zu gehen. Die Wahl der Hunde haben wir Sarah überlassen. Als erstes bekamen wir Muta und Doba in die Hand.




 

Muta ein Traum von einem Hund, bildschön, aber recht zurückhaltend. Ihn interessierte nicht wirklich, wer am anderen Ende der Leine hing. Seine Zuneigung muss man sich verdienen. Aber es würde sich wirklich lohnen.(Erinnerte mich sehr an unseren eigenen Hund. Dafür war er hinterher der treueste Gefährte.)

Muta ist Leishmaniose positiv , allerdings ist die Krankheit nicht ausgebrochen. Man merkt ihm auch in keinster Weise seine Krankheit an, denn er ist ein absolutes Power Paket. Also auf deutsch, er ging mit mir gassi und nicht umgekehrt.





Doba ist ein Pitt Bull auch Leishaniose positive. Doba ist einfach nur eine kleine kräftige  verfressene und verschmuste Hundedame. Man kann sie nur lieb haben, denn sie eroberte unsere Herzen im Sturm. Sie ist sehr verspielt und wollte mit Jürgen gerne spielen. Leider war das Spiel sehr einseitig denn sie ließ das Spielzeug nicht mehr los. Als wir gerade gut 500 Meter bei unserem ersten Gassi Gang gekommen waren, riss das Halsband von Muta. Gott sei Dank waren wir am Strand und nicht auf der Straße. Nachdem wir aber die Nerven behielten, kam Muta dann doch auch nach einem kleinen Ausflug freiwillig wieder zurück.

Vielleicht kann man sich so vorstellen mit welchem Material das Tierheim teilweise auskommen muss. ( Dank dem Tierheim Hürth und dem Fressnapf Hürth hatten wir jede Mengen Leinen Und Halsbänder im Gepäck) Nach dem wir das Halsband getauscht hatten setzten wir den Gassi Gang fort. Da es sehr warm war und Doba krank ist, beschränkten wir den Spaziergang auf 1 Std. und

gingen anschließend noch mit zwei kleineren Hunden Gassi. Einfach auch zum Ausruhen für mich, denn Muta war schon anstrengend.




Allerdings waren die zwei aufgeschlossen Wirbelwinde auch kaum zu bändigen. Cluti fand das Gassi total klasse und war an allem sehr interessiert. Toni war etwas ängstlich und orientierte sich sehr an Cluti. Aber ist ja auch kein Wunder da soll man mit fremden Touris Gassi gehen und weiß gar nicht so recht, was man davon halten soll. Wer weiß was passiert............

Aber nach einer gewissen Zeit merkte auch Toni das wir ihm nur Gutes wollten und er taute auf. Nach der Siesta ( die Hunde haben von 13 Uhr bis 17 Uhr Siesta, einfach damit nicht soviel gebellt wird und die Nachbarn sich nicht beschweren , obwohl ich sagen muss, wenn man nicht wüsste das dort 60 Hunde leben, ich hätte es nicht gemerkt, es wird wirklich kaum gebellt. Aber man muss ja den Nachbarn auch keine Gründe liefern um sich zu beschweren.)gingen wir erneut ins Tierheim,

um mit Paula und Laguna eine Runde zu drehen. Diesmal hatte Jürgen das große Los gezogen, denn er hatte mit Paula einiges zu tun. Sie ist nur freundlich, voller Energie, verfressen, aber sehr lernwillig. Von ihrem schweren Autounfall merkt man nichts mehr. Klasse Hund.

Ich hatte Laguna, ein Seelchen von Hund, mit braunen Reh Augen, die jedes Herz zum schmelzen bringen. Eine ganz sanfte und liebe.



 

Leider halten die Hunde nicht immer so still, bei der Photosession !!!!!!!!




 

Da es um die Jahreszeit immer schon gegen 18: 30 Uhr dunkel wird, schafften wir nach der Siesta immer nur einen Gassi Gang.

Freitags morgens war dann Lenka und Linette mit Gassi dran







Lenka ist der etwas zu dick geratene Rottweiler, der so gerne auf den Füßen sitzt und sich krabbeln  lässt. Durch ihr Gewicht ist sie etwas gemütlich und man kann gut mit ihr an der Leine gehen. Sie ist einfach nur witzig, für Leckerlies tut sie alles.

Linette ist dagegen wieder etwas ängstlicher und orientierte sich auch sehr an Lenka, aber wenn man auch ihr etwas Zeit und Geduld gibt, wird sie auch ein toller Begleiter. Sie war eine, die im Auslauf auch nicht gleich auf uns zukam. Und nach dem Gassi Gang, als wir erneut im Auslauf waren, kam sie auch und nahm das Leckerlies.

Dann nahmen wir Cherry und Mose mit zum Strand Spaziergang.






Bei den beiden bedarf es keinerlei Worte, die sind einfach nur klasse. Lustige, aufgeweckte und aufgeschlossene kleine Hundepersönlichkeiten.

Abends waren dann noch Holly und Patschi dran.





Patschi ,muss ich sagen, war einer meiner Favoriten. Er war mit der einzige Hund, der auch mal schaute wer am Ende der Leine hing. Ich habe ihn als sehr brav und gelehrig kennen gelernt. Er war gut an der Leine zu führen. Tolles Tier.





Dieses Bild spricht auch für sich. Ein ganz liebes Wesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



Am Samstag haben wir den Tagesrhythmus etwas verändert, da Samstags in Calpe Markt ist und das Tierheim dort zusammen mit dem städtischen Tierheim einen Stand hat. Um 9:30 Uhr hat uns Alex und Joel abgeholt und wir Fuhren nach Calpe rein auf den Markt. An dem Infostand wurden Spenden gesammelt, Flugpaten gesucht usw.

1 Std. haben wir den Infostand auch geschmissen und haben drei Flugpaten geworben und diverse Spendengelder eingenommen. Hat super Spaß gemacht.





Nachmittags haben wir unseren Rhythmus fortgesetzt und sind mit Sonja und Gourma Gassi gegangen.

Gourma ist auf gehangen an einem Baum gefunden worden. In Spanien machen die Jäger das mit einem schlechten Jagdhund und Gourma hat keinerlei Jagdtrieb, da kann sich vorstellen was dieser arme Hund mitgemacht hat. In der Wunde am Hals befanden sich schon Maden.

Aber sie hat überlebt und unverständlicher Weise ist sie total lieb zum Menschen, will schmusen und gekunddelt werden und hat auch mit dem tragen eines Halsbandes keine Probleme. Die Wunden sind fast verheilt und sie kann bald nach Deutschland reisen in eine hoffentlich bessere Zukunft. Das wünschen wir ihr von Herzen.

Vielleicht nun verständlich das wir gar nicht erst die ganzen anderen Hundeschicksale alle wissen wollten und somit auch nicht gefragt haben. Klar man könnte sagen , wir verschließen die Augen vor der Realität, aber da wir die Vergangenheit nicht ungeschehen machen können wollen wir unseren Kopf frei halten um Ideen zu sammeln, den Tieren die Zukunft besser zu gestalten.







An unsrem letzten Tag sind wir noch mal mit Leckerlies bewaffnet durch alle Ausläufe gezogen und haben Photos von den nicht zu vermittelnden Hunden gemacht um vielleicht den ein oder anderen Paten zu finden. Natürlich wollten wir uns auch von allen Hunden noch mal verabschieden. Raus gekommen sind wir verstaubt und ziemlich zerkratz, aber die Hunde und wir hatten Spaß.

Wir sind dann erneut Gassi gewesen und dabei hat uns Zorro und Marina begleitet.




 


Zorro ein klasse Hund aber einen ausgeprägten Jagdtrieb.

 

Zum Schluss unserer Reise hatten wir sonntagabends noch.




Auch zwei ganz lustige Wirbelwinde mit denen man viel Spaß bekommen würde. Verfressen und  total neugierig und beide mit Jagdtrieb.

Sonntags abends ging es wieder zurück. Gott sei Dank konnten wir guten Gewissens nach Hause fliegen, denn den Tieren geht es dort wirklich gut, klar eine eigene Familie für jeden Hund wäre noch besser. Aber die Tiere haben Auslauf und leben im Rudel zusammen. Im Gepäck hatten wir nur die Gewissheit dass wir wieder kommen würden und auch Jürgen hat sich dort einen Patenhund ausgesucht.

Natürlich haben wir noch viele Bilder mehr gemacht und es gibt noch viele Hunde, die nicht mehr vermittelt werden können, und auf einen Paten hoffen. Schaut doch bei Interesse mal unter www.hundeschicksale.de oder ruft mich an unter 02236/81783.

Ein Besuch in Calpe lohnt sich wirklich und die Tiere freuen sich.

Mit diesem kleinen Reisebericht wollte ich mich bei all meinen fleißigen Sammlern bedanken.

Vielen Dank, ohne Eure Hilfe wären wir mit leeren Händen gereist!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Da diese private Organisation es nicht einfach hat, hoffe ich weiter auf Eure Unterstützung, denn so Gott will, werden wir im Mai 2007 wieder hin fliegen.

Ein ganz besonderer Dank gilt meinem Mann Jürgen, dass er ohne Murren diese Reise mit mir angetreten hat und fleißig mit mir den Hunde Animateur gespielt hat. Danke!

Tja und ohne Heike wäre diese Reise nicht zustande gekommen, hoffe Du kommst eines Tages mit nach Calpe. Danke für Deine und Jochens Unterstützung.

Ich hoffe ich konnte Euch unsere Reise nahe bringen.













 




























 

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